Gute Produkttexte beantworten die Fragen, die vor einer Kaufentscheidung entstehen. Dafür braucht ein Freelancer belastbare Produktinformationen und ein klares Bild der Zielgruppe. Ein Briefing sollte deshalb mehr enthalten als eine gewünschte Wortzahl und einige Suchbegriffe. Es verbindet technische Fakten mit dem konkreten Nutzen und legt fest, welche Aussagen überprüft werden müssen.
Sammle die verlässlichen Produktinformationen
Beginne mit Material, Maßen, Varianten, Anwendung, Lieferumfang und Pflegehinweisen. Benenne eine verantwortliche Person für die Prüfung dieser Angaben. Ein Texter sollte fehlende Eigenschaften weder aus ähnlichen Produkten ableiten noch vermeintliche Vorteile erfinden. Markiere unsichere Angaben ausdrücklich als offene Rückfragen.
Wenn mehrere Datenquellen existieren, bestimme ihre Rangfolge. Welche Informationen kommen aus dem Warenwirtschaftssystem, welche aus freigegebenen Herstellerunterlagen? Gerade bei Varianten helfen eindeutige Artikelnummern und eine gemeinsame Tabelle. So lassen sich Unterschiede prüfen, ohne Texte versehentlich dem falschen Produkt zuzuordnen.
Beschreibe Zielgruppe und Entscheidungssituation
Erkläre, für wen das Produkt gedacht ist und welches Problem es löst. Eine kurze Alltagssituation ist hilfreicher als eine pauschale Beschreibung wie „alle Menschen zwischen 18 und 65“. Welche Frage stellt sich die Person vor dem Kauf? Welche Einschränkung muss sie kennen? Welche Information entscheidet zwischen zwei Varianten?
Beispiele helfen bei der Tonalität: Zeige einen vorhandenen Text, dessen Ansprache passt, und erläutere warum. Legt fest, ob geduzt oder gesiezt wird und wie Fachbegriffe erklärt werden. Ein Markenvokabular kann sinnvoll sein, solange es verständliche Aussagen unterstützt und nicht jede Produktbeschreibung gleich klingen lässt.
Definiere Struktur und Suchintention
Ein möglicher Aufbau besteht aus einer kurzen Einführung, konkreten Eigenschaften, Anwendungshinweisen und Antworten auf häufige Fragen. Nicht jedes Produkt benötigt alle Bereiche. Die Länge sollte sich nach dem Informationsbedarf richten. Unnötige Wiederholungen nur zur Erfüllung einer Wortzahl machen einen Text selten nützlicher.
Suchbegriffe dienen als Orientierung für Themen und Formulierungen. Sie müssen zum tatsächlichen Produkt passen. Gib an, ob Seitentitel, Meta-Beschreibung, kurze Listenansicht und ausführlicher Produkttext zum Auftrag gehören. Der Beitrag zum SEO-Audit erklärt, wie bestehende Inhaltsprobleme vor einem größeren Textprojekt untersucht werden können.
Prüfe zuerst ein Muster
Lass einen repräsentativen Produkttext schreiben, bevor eine ganze Kategorie bearbeitet wird. Prüfe Fakten, Verständlichkeit, Ton und Darstellung im Shop. Ein Text kann in einem Dokument gut aussehen und auf dem Handy durch lange Absätze unübersichtlich werden. Das Muster sollte deshalb in der späteren Umgebung betrachtet werden.
- Sind alle Eigenschaften durch freigegebene Daten belegt?
- Werden Unterschiede zwischen Varianten verständlich erklärt?
- Sind Nutzen und Grenzen ausgewogen beschrieben?
- Enthält der Auftrag auch Titel und Meta-Beschreibungen?
- Wer gibt Texte frei und sammelt Korrekturen?
Übergabe und Korrekturen vereinbaren
Bestimme Dateiformat, Artikelzuordnung und Zahl der vereinbarten Überarbeitungen. Bündele Feedback in einer kommentierten Fassung, damit mehrere Ansprechpartner keine widersprüchlichen Anweisungen senden. Beschreibe beim Auftrag auch, ob die Texte nur geliefert oder im Shop eingepflegt werden. Das beeinflusst Zeitbedarf, Zugänge und Preis. Eine klare Projektübergabe macht spätere Aktualisierungen leichter.
